An dieser Stelle sollen in Zukunft Informationen zum Fetal Alcohol Syndrome Questionnaire (FASQ) angeboten werden. Näheres derzeit hier in englischer und niederländischer Sprache.
In einer großen Evaluationsstudie konnte gezeigt werden, dass der FASQ sehr gut zwischen dem FAS und verwechselbaren Störungen (v.a. ADHS, Autismus) unterscheidet (s. Grafik). Zurzeit wird eine Publikation der Studie bei deutlich größerer Stichprobe vorbereitet.
Der FASQ wird für die wissenschaftliche Forschung in der Münsteraner FAS-Ambulanz sowie in der Adoptionsforschung der Universität Utrecht (Prof. R. Hoksbergen) genutzt.
Der FASQ ergänzt die Diagnosestellung bei FAS und berücksichtigt die soziale und emotionale Symptomatik in besonderer Weise. Er unterstützt die Diagnose gerade bei jenen Kindern und JUgendlichen mit FAS, bei denen sich die typischen körperlichen Merkmale nicht finden - und die bislang nicht diagnostiziert werden konnten.
Die FAS-Diagnose soll allerdings stets von fachlicher Seite gestellt werden. Wie bisher gehören zur sicheren Diagnosestellung Informationen zum mütterlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft oder die Bestätigung der typischen körperlichen Anzeichen des FAS.
Die FASQ benannten sozialen und emotionalen Auffälligkeiten (38 Items) sind von den Eltern einzuschätzen.
Ein Gesamtwert von 45 oder mehr ist bei Kindern im Alter von 2 bis 5;11 Jahren mit FAS zu erwarten.
Ein Gesamtwert von 55 oder mehr ist bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit FAS zu erwarten.
Der FASQ:
Im Folgenden finden Sie eine Liste mit Verhaltensweisen und Eigenschaften. Bitte beurteilen Sie für jede Aussage, wie sehr sie auf Ihr Kind zutrifft.
Trifft die Aussage gar nicht zu, kreuzen Sie bitte die 0 an. Trifft die Aussage manchmal oder etwas zu, kreuzen Sie bitte die 1 an. Wenn die Aussage häufig zutrifft, kreuzen Sie bitte die 2 an und wenn die Aussage voll zutrifft, kreuzen Sie bitte die 3 an.
Bitte lassen Sie sich Zeit bei der Bewertung und überlegen Sie genau, wie sehr die Aussage auf Ihr Kind zutrifft!
1. Im Straßenverkehr ist das Kind achtlos................................................................................... 0 1 2 3
2. Das Kind verliert schnell das Interesse an einer Aktivität....................................................... 0 1 2 3
3. Es kann sein Handeln nicht begründen................................................................................... 0 1 2 3
4. Das Kind kann Risiken nicht abschätzen................................................................................ 0 1 2 3
5. Das Kind wiederholt mehrfach Dinge, die andere sagen.............. ......................................... 0 1 2 3
6. Das Kind kann nicht erklären, warum es etwas gemacht hat................................................ 0 1 2 3
7. Das Kind ist arglos gegenüber anderen, es kann fremde Absichten nicht verstehen........... 0 1 2 3
8. Das Kind lügt häufig oder erfindet Ausreden.......................................................................... 0 1 2 3
9. Das Kind versteht die Konsequenzen seines Handelns nicht................................................ 0 1 2 3
10. Wenn das Kind etwas falsches getan hat, fühlt es sich nicht schuldig............................... 0 1 2 3
11. Das Kind beschädigt Dinge................................................................................................... 0 1 2 3
12. Das Kind hat kein Verständnis für den Wert von Geld......................................................... 0 1 2 3
13. Das Kind verliert häufig Dinge, z.B. seine Schulsachen....................................................... 0 1 2 3
14. Das Kind ist schmerzunempfindlich...................................................................................... 0 1 2 3
15. Das Kind lernt nur langsam................................................................................................... 0 1 2 3
16. Das Kind hält neue Bekanntschaften wahllos für „nett“ oder den „besten Freund“............ 0 1 2 3
17. Regeln kann das Kind nicht einhalten..…………………........................................................ 0 1 2 3
18. Das Kind stiehlt Dinge, und zwar aus dem Elternhaus......................................................... 0 1 2 3
19. Lerninhalte vergisst das Kind schnell wieder....................................................................... 0 1 2 3
20. Das Spiel des Kindes ist wenig phantasievoll....................................................................... 0 1 2 3
21. Pädagogische Maßnahmen, wie Lob oder Bestrafung, fördern das Kind nicht................... 0 1 2 3
22. Das Kind wechselt schnell von einer Aktivität zur anderen, ohne die Aktivität zu beenden....................................................................................................................................... 0 1 2 3
23. Die Tagesstruktur muss dem Kind von außen gegeben werden.......................................... 0 1 2 3
24. Das Kind kann sich nicht für längere Zeit alleine beschäftigen............................................. 0 1 2 3
25. Das Kind lernt nicht aus seinen Fehlern, es lernt nicht aus Erfahrungen.............................. 0 1 2 3
26. Das Kind kann „mein“ und „dein“ nicht unterscheiden........................................................... 0 1 2 3
27. Das Kind ist reizoffen und leicht ablenkbar........................................................................... 0 1 2 3
28. Das Kind spielt gerne mit Feuer oder hat schon Feuer gelegt............................................... 0 1 2 3
29. Das Kind geht mit jedem mit………………..............................................................................0 1 2 3
30. Das Kind spielt Eltern oder andere Menschen gegeneinander aus...................................... 0 1 2 3
31. Das Kind hat nur wenige Spielideen..................................................................................... 0 1 2 3
32. Das Kind hat kein Verständnis für das Konzept von Zeit..................................................... 0 1 2 3
33. Das Kind benötigt eine permanente Betreuung und Kontrolle............................................... 0 1 2 3
34. Das Kind kann sich nicht temperaturgemäß kleiden.............................................................. 0 1 2 3
35. Das Kind spielt wenig mit Spielzeug...................................................................................... 0 1 2 3
36. Das Kind hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren........................................................... 0 1 2 3
37. Das Kind zerstört Gegenstände............................................................................................ 0 1 2 3
38. Das Kind streitet sich häufig mit anderen Kindern................................................................. 0 1 2 3
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